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Bäcker, die aufgrund einer Mehleinwirkung an einem Bronchialasthma
erkranken, sind nach der Nr. 4301 der Berufskrankheitenliste versichert.
Neben dem Anspruch auf Verletztenrente kann es oft zu Übergangsleistungen
kommen (Ausgleich des Minderverdienstes für die ersten fünf
Jahre nach Tätigkeitsaufgabe).
Tip: Die Berufsgenossenschaften waren und sind nicht
berechtigt, die Verletztenrente aus Anlaß der Berufskrankheit
auf die wegen der Berufskrankheit geschuldeten Übergangsleistungen
anzurechnen, und zwar nach einem neueren Urteil des Bundessozialgerichts
sowie aufgrund des ausdrücklichen Gesetzeswortlautes.
B wie Benzol
Erkrankungen durch Benzol, seine Homologe oder Styrol finden
Sie in der BK-Liste Nr. 1303.
Gefahrenquellen:
Benzol und seine technisch besonders bedeutsamen Homologen, wie
Toluol und Xylol, sind in manchen Rohölen und daraus hergestelltem
Benzin und Petroleum enthalten. In größerem Umfange
gewinnt man sie durch Destillation von Steinkohleteer in Kokereien
und Gasanstalten. Sie werden als Extraktions-, Entfettungs-, Reinigungs-
und Lösemittel sowie beim Lackieren im Tauch-, Streich- und
Spritzverfahren, zur Lack- und Farbentfernung und zum Abbeizen
verwendet; auch bei der Herstellung von Kunststoffen und Putzmitteln,
als Lösemittel für Druckfarben und Gummi, zum Vulkanisieren,
zum Kleben, zum Beispiel von Schuhen und Booten, als Ausgangsmaterial
für chemische Synthesen sowie in Brenn- und Treibstoffgemischen
benötigt man Benzol oder seine Homologen.
Die Aufnahme erfolgt überwiegend durch Einatmung der Dämpfe.
Die Einatmung hochkonzentrierter Benzoldämpfe kann in wenigen
Minuten zum Tode führen. Die Einwirkung kleinerer Mengen
über einen längeren Zeitraum kann zu schwerer Schädigung
des blutbildenden Systems (Knochenmark u.a.) und der Kapillaren
führen. Spätrezidive kommen vor. Styrol (Styren, Vinylbenzol)
wird etwa in der Polystyrol- und Polyesterherstellung, sowie als
Ausgangsstoff für die Produktion von synthetischem Gummi
eingesetzt. Als Lösungsmittel findet sich Styrol z.B. bei
Laminierungsverfahren. Schädigungen des zentralen und peripheren
Nervensystems sind möglich. Benzol ist ein Stoff, der beim
Menschen erfahrungsgemäß bösartige Geschwülste
zu verursachen vermag. Akute Leukämie und chronische lymphatische
Leukämie werden beobachtet. Der Kausalzusammenhang zwischen
chronischer beruflicher Benzolexposition und dem Entstehen eines
hochmalignen immunoplastischen Non-Hodgkin-Lymphoms wird zunehmend
bejaht. Die auftretenden Plasmozytome sind ärztlicher Feststellung
nach Sonderfälle der lymphatischen Leukämie.
B wie Berufssportler
Berufsportler, die auf dem Fußballplatz einen Arbeitsunfall
erleiden, staunen dann nicht schlecht, wenn die Berufsgenossenschaft
bei dem Achillessehnenriß etwa auf schicksalhafte Degeneration
abstellt und die Entschädigung ablehnt. Den Fall von Lothar
Matthäus konnten Sie im Fernsehen als Arbeitsunfall erkennen.
Hätte es sich um einen Meniskusriß gehandelt, hätte
die Berufsgenossenschaft wohl kaum durchdringen können mit
einer Ablehnung, weil neuerdings auch die Berufssportler insofern
unter Versicherungsschutz stehen und nicht mehr nur die Bergarbeiter
wie früher.
B wie Berufsunfähigkeitsrente
Ein Elektriker, der durch den Arbeitsunfall die rechte Hand verlor,
erhält zunächst von der Berufsgenossenschaft eine Verletztenrente
nach einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 60 % (ca. 60
% seines vorherigen Nettoeinkommens, grob gerechnet). Daneben
hat er möglicherweise Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente
gegen die LVA, welche als Landesversicherungsanstalt Träger
der Rentenversicherung ist. In der Vergangenheit haben die Betroffenen
bei zugleich vorliegender unfallbedingter Berufsunfähigkeit
nicht selten versäumt, zugleich bei der LVA Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente
zu stellen. Im gegebenen Fall sollte also immer auch Rentenantrag
bei der LVA gestellt werden.
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